Monatsarchiv: August 2019

Pistolen

Pistolen findet man öfter unter den Werken von Markus Meurer. Fragt man ihn, warum das so ist, spricht er davon, dass die Liebe, die er von seiner Mutter bekommen hat, die die Menschen heilen soll, immer bedroht ist. Die Pistolen stehen für die Angreifer, sie bedrohen die Menschen. Der Künstler will die Welt aber sicherer machen. „Ich verharmlose die Gefahren“, sagt er. Er nimmt den Waffen ihre Gefährlichkeit.

Markus Meurer, Pistole, Assemblage, 9 x 3 x 21 cm, 2019. Foto P. Nieting

Bei dieser in diesem Jahr entstandenen Pistole ist die Pistole als Waffe gut zu erkennen, aber bei genauerer Betrachtung verliert sie ihren Schrecken. Einen Abzugshebel hat die Pistole zwar, aber der ist nicht funktionsfähig. Der Lauf der Pistole ist schnell als Kappe eines Kugelschreibers zu identifizieren. Das Gehäuse besteht aus Pappe. So wird die Waffe der Lächerlichkeit preisgegeben.

Markus Meurer, Pistolenschrecke, Assemblage, 13 x 14 x 27 cm, ca. 1985. Foto P. Nieting

Bei diesem (älteren) Werk geht Meurer anders vor. Er nimmt zwar ein Teil einer wirklichen Pistole und ergänzt sie durch einen neuen Schaft aus grob bearbeitetem Holz. Aber dann dreht er die Pistole und gibt ihr Füße und Fühler und lässt sie zu einem Insekt werden. Meurer hat die Funktion der Waffe wirklich verdreht: Aus einem Instrument zum Töten ist ein robustes Lebewesen geworden.

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