Zarter Vogel

(Auch) typisch Markus Meurer: Neben den großen oder den sehr dichten Werken voller unterschiedlicher Materie entstehen unter seinen Händen immer wieder ganz zarte, geradezu hingehauchte Objekte wie dieser Vogel, ein Kunstwerk zwischen Assemblage und Collage. Meurer hat ein Stück Pappe, etwas Küchenpapier, ein bisschen Draht genommen und  sie zusammenfügt.

Und schon sehen wir einen Vogel. War die Rundung links in der Pappe schon, oder hat er sie geschnitten? Waren die Farbtupfer schon auf dem Papier, oder hat er sie hingetupft? Markus Meurer sagt, dass beides zufällig schon da gewesen sei und nennt den Vogel deshalb „Zufallsvogel“

Markus Meurer, Zarter Vogel, Assemblage 2016, 12 x 8,5 x 1 cm

Markus Meurer, Zufalls-Vogel, Assemblage 2016, 12 x 8,5 x 1 cm

Es ist verwirrend: Wenn wir uns festlegen wollen, wo der Schnabel ist, stutzen wir; ist es das Draht-Ende oder die Pappecke? Genauso geht es uns mit dem Auge. Und doch haben wir keinen Zweifel, dass da ein Vogel ist. Das geknüllte Papier lässt den etwas aufgeplusterten Leib sehen. Und die Pappe unten gibt dem Tier einen sicheren Halt.

Der Draht hat hier eine doppelte Funktion: Einmal hält er das Werk zusammen, zum anderen gibt er dem Vogel auch teilweise die Form und modelliert die Füße und den Schwanz.

Ein tolles Werk!

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